Montag, 10. August
Geschrieben von philipp_mausshardt am 10. August 2009 | Abgelegt unter Unterwegs
Von wegen „früher war alles besser, da gab es noch Solidarität“! Da lach’ ich ja. Im Jahre 2009 ist jedenfalls im ehemaligen Arbeiter- und Bauernstaat nüscht mehr davon zu spüren. Ziemlich verzweifelt bestiegen wir gegen 15 Uhr (!!!!) schließlich den Bus in Bad Brambach (Vogtland), nachdem sie uns am Straßenrand stehen ließen wie zwei Aussätzige. „Ihr müsst das Schild weg tun“, riet uns später der einzige Mensch, der uns heute mitgenommen hat, „das schreckt die Leute ab.“ Nun, das werden wir natürlich nicht tun, wenn wir morgen weiter reisen. Dank des einzigen wenn auch etwas mürrischen Fahrers von heute kamen wir sage und schreibe bis Reichenbach (where the fuck is Reichenbach?). Immerhin ist hier gerade die Landesgartenschau Sachsen, sodass wir jetzt noch ein wenig im Regen die Blümchen gucken gehen. Ohne Landkarte und nur mit Kompass ausgerüstet ahnen wir nur, dass wir in die richtige Richtung fahren. Wenn das in der Geschwindigkeit so weiter geht, dann reicht eine Woche nicht bis Auschwitz.
3 Kommentare »












am 10. August 2009 um 21:28 1.henri schrieb …
Ihr armen, aber Papa beeil dich trotzdem.
Dein henri
am 10. August 2009 um 22:12 2.andré schrieb …
lieber henri,
dich kann ich gut verstehen! dein papa – der macht sachen! der ist doch schon 50 und trampt nun quer durch deutschland. die leute in ihren autos, die an ihm vorbeikommen, werden bestimmt denken: der arme, hat bestimmt überhaupt kein geld und kann sich noch nicht einmal eine schrottkarre leisten…
achso: ich bin früher auch oft per anhalter gefahren. das war richtig praktisch. der bus, der mich zur schule brachte, hat immer viel zu lange gebraucht. da bin ich lieber per Anhalter gefahren. Blöd nur, dass mich einmal meine französichlehrerin zur schule mitgenommen hat und ich vier stunden später die französischklausur bei ihr geschwänzt habe. was sollte ich bloß danach auf den entschuldigungsbrief schreiben? “krank” ging ja nicht. krank war ich eher von ihrem fahrstil…!
einmal stand ich sogar im anzug an der straße. natürlich hat mich stundenlang niemand mitgenommen. die leute haben bestimmt gedacht, ich sei ein verbrecher und der anzug diene nur zur tarnung. der anzug war genauso hinderlich, von a nach b zu kommen, wie dieses komische “auschwitz”-schild, dass dein papa in der hand hält…
und was sagt deine mama zu der ganzen aktion? wahrscheinlich denkt sie: “den philipp – den kriegen wir nicht groß!”
lieber henri, das nächste mal fahre ich per anhalter nach talla. das wird bestimmt super schnell gehen. kommst du mit?
ciao andré
am 11. August 2009 um 10:19 3.Uli schrieb …
Hallo,
jetzt bin ich mit dabei, nachdem ich in Mals vom internet abgehängt war. Morgen (Mittwoch) fahre ich zu meinem Neo-Nazi-Prozess nach Dresden. Wenn ich Euch da am Straßenrand stehen sehe, nehme ich Euch glatt mit.
Herzlich, Uli